3. November 2016 Rudolfplatz: Mission Verschönerung

Rudolfplatz: Mission Verschönerung

Der Rudolfplatz ist nicht nur für Touristen, sondern auch für den gemeinen Kölner ein heiß begehrter Hotspot. Auf ihm und um ihn säumen sich schnieke Boutiquen und charmante Cafés und Restaurants und er ist zentraler, innenstädtischer Verkehrsknotenpunkt der KVB und co.

Auch die Hahnentorburg bringt ein eigenes Flair auf den Platz. Das jahrhundertealte Stück der ehemaligen Stadtmauer befördert als Sehenswürdigkeit wahre Historie auf den gemütlichen Rudolfplatz.

Da wäre nur ein kleines, aber doch weniger feines, Detail: der große 70er-Jahre-Bunker inmitten des Platzes. Ohne zu tief in die psychologische Struktur des Architektes eindringen zu wollen durch die Frage, was er sich dabei wohl gedacht haben könnte, verwerfen und verschmähen doch die meisten Kölner diesen hässlichen Klotz mitsamt seines unangenehm riechenden und vermüllten Innenhofes. Er bietet zwar Platz für einige wenige nützliche Lokalitäten (wie Starbucks, Backwerk, diverse Kioske, den Club Triple A etc), doch ist er ein wahrer Störfaktor für den allgemeinen Attraktivitätsgrad des Rudolfplatzes. Es ist nicht erst seit gestern klar: die Stadt samt Bewohner wünscht sich eine Upgrade des Rudolfplatzes, aus dem durch diesen Gebäudekomplex nun wirklich nicht das ganze Potential geholt wurde.

Als wäre das nicht deprimierend genug, wurde das Gebäude auch noch dreisterweise direkt an das historische Artefakt Hahnentorburg gebaut und durch einen begehbaren Übergang mit ihm verbunden.

Doch es gibt einen Lichtblick für die Kölner und den Rudolfplatz, der sich vermutlich auch gerne als kleine optische Perle der Innenstadt sehen würde: das betonierte und zugleich entstellende Gebäude auf dem innenstädtischen Platz soll schon bald der Vergangenheit angehören. Die Geschäfte sind bereits raus und heiße News verheißen, dass das Gebäude bald abgerissen werden soll! Es ist wohl nicht nur den machtlosen Bewohnern, sondern auch jemandem aus dem kölschen Rathaus aufgefallen, dass dieses Gebäude auf dem sonst so schönen Rudolfplatz nicht das Gelbe vom Ei ist.

Ob das neue Gebäude nun eine ansehlichere Alternative zu der vorigen Situation ist, bleibt vorerst skeptisch abzuwarten, obgleich nicht viel Spielraum in die andere Richtung ist. Trotzdem soll auch der Nachfolge des bemitleidenswerten Bunkers ein modernes Bürogebäude mit Geschäften und Gastronomien im Erdgeschoss werden, also eine Beschreibung, die in der 70-ern vermutlich auch auf das alte Gebäude zugetroffen hätte. Das zukünftige Gebäude soll übrigens Ende 2019 mit einer Kostenhöhe von 120 Millionen Euro von einem londoner Architekten fertig gestellt werden.

Es muss also neidlos anerkannt werden, dass eine Vision der Umgestaltung des potentialgeladenen Rudolfplatzes bereits in Betracht und Angriff genommen wurde. Und laut ersten Ausrufen von in die Planung Integrierten und Wissenden soll das neue Gebäude eine erhebliche Verbesserung zum alten und eine Verschönerung des Rudolfplatzes darstellen.

Wir sind gespannt!

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